JAN 11 2011

Wissensmanagement im Öffentlichen Sektor

von in E-Government, Open Government Hinterlasse einen Kommentar

Behörden, Regierungen, Ämter – Verwaltungen aller Art – horten Unmengen von Informationen. Dabei geht es nicht nur um das innerbehördliche Aktenmanagement und den tägliche Bürgerservice. Auch das Wissen und die Informationen die an diesen Stellen außerhalb des offiziellen Papierverkehrs vorhanden sind (bis zu den Köpfen der Mitarbeiter) und all diejenigen Informationen, die mit großem Aufwand (bezahlt aus Steuergeldern) erhoben werden, sollten nach Ansicht vieler der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden (Open Data). Ein Gastartikel beim Government 2.0 Netzwerk Deutschland brachte mich kürzlich zum Nachdenken. All die Tipps, Tricks, Erläuterungen am Servicetelefon, Leitfäden zum Ausfüllen von Formularen in Rathauskorridoren, die gelben Zettelchen an Computermonitoren und das angehäufte sogenannte institutionelle Wissen von Mitarbeitern, ist Wissen von dem unsere Gesellschaft enorm profitieren könnte. Wissen ist Macht, das beschreibt nicht nur die – nicht zwingend absichtliche – Position von Bürokratie in unserem System, sondern auch den Lösungsansatz für bessere Zusammenarbeit zwischen Bürger und Institutionen. Denn je mehr der Bürger darüber weiß, wie er (im Idealfall so wenig wie möglich selbst) mit der Institution interagieren kann, wie er bestimmte Vorarbeiten besser erledigen kann und wie er sich im Behördendschungel an sich zurechtfinden kann, desto zielgerichteter, effizienter und effektiver kann der ganze Apparat funktionieren – zur Entlastung von Bürgern und Angestellten. Die Vorstellungen der Bürger (und der Innovatoren innerhalb und außerhalb der Verwaltungen) gehen jedoch in jene Richtung, dass Verwaltungen höhere Anstrengungen unternehmen sollten, all die oben beschriebenen Informationen (soweit zur Freigabe unbedenklich) in leicht zu pflegenden Ablagen innerhalb der Institutionen und für Außenstehende zugänglich zu machen. Ob in semantischen Wikis oder als Schnittstellen zu internen ECM Systemen, was zählt ist, dass Informationen dorthin gelangen können, wo sie gebraucht werden; denn heute scheitern Organisationen – und zwar nicht nur im öffentlichen Sektor – bereits an der internen Informationsbeschaffung.

Zu dem Thema auch tagesaktuell lesenswert: ein Artikel zu Regierungsinformationen und dem Dioxin-Skandal

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