Organisationen im öffentlichen Sektor (genauso wie Firmen) bleiben von der Welt abgeschnittene Bereiche wenn diese nicht radikal anders intern und extern kommunizieren – offene Schnittstellen weisen dabei den Weg.
Befürworter von “Open Government” fordern den breiten Einsatz von offenen Schnittstellen (APIs) und die Nutzung offener Formate in Regierung und Verwaltung. Einige gehen gar so weit zu sagen, nur Open Source Software könne eine komplette Offenheit im Sinne des “Open Government” garantieren. In Wahrheit jedoch spielt es eine untergeordnete Rolle welche Plattformen oder Software auf Servern, Arbeitsplätzen oder in der Cloud im Einsatz ist, sondern wie diese Systeme untereinander kommunizieren. So lange Abteilung A eine Datei an Abteilung B senden kann, welche diese problemlos und ohne Datenverlust oder Einschränkungen einsehen und nutzen kann; so lange Firma C Zugriff auf die Daten von Abteilung D in maschinenlesbarer Form hat; genauso lange ist auch Interoperabilität und Plattformunabhängigkeit gewährleistet, wenn dies zeitlich unbegrenzt der Fall ist (diese Daten und Dokumente also in 40 Jahren noch genauso reibungslos austauschbar und lesbar sind). Transparenz, Partizipation und Kollaboration waren die drei Eckpfeiler der Open Government Bewegung seit dem Präsident Obama der Bewegung mit seinem Erlass Flügel verleiht hat. Diese Eckpfeiler setzen voraus – aus einer technischen Perspektive gesehen – dass Informationen, das Öl und die Währung unserer Gesellschaft, zu jeder Zeit, an jedem Ort und von jedem oder welchem Gerät, les- und austauschbar sind. Wenn Schnittstellen zu Plattformen, Datensilos, oder Content Management Systemen offene und standardisiert sind, braucht man sich über Kompatibilität nicht den Kopf zu zerbrechen, und so lange die dadurch ausgetauschten Daten in offenen Formaten vorliegen, welche ausreichend dokumentiert und als internationale Standards anerkannt sind, ist der Zugang zu diesen ebenso kein Problem. Offene Schnittstellen, und offene Formate, weisen den Weg zum “Open Government”. Als Nebeneffekt werden dadurch in der IT Branche Wettbewerbshürden beseitigt und langfristig so mehr Auswahl für Nutzer geschaffen, denn diese können dann Software ihrer Wahl nutzen, welche den Anforderungen ihrer Organisation am besten gerecht werden, wohl wissend dass durch die Offenheit und Standardisierung der Austausch und die Kompatibilität immer gewährleistet ist. Firmen stehen vor diesen Fragen genauso wie der öffentliche Sektor. Leider ist die Realität nicht ganz so einfach und noch weit von dem Ziel der universellen Austauschbarkeit und Kompatibilität entfernt. Das ist auch der Grund warum viele radikalere Stimmen für Open Source Software plädieren, mit der sich diese Problem theoretisch nicht stellen, aber wenn kommerzielle Anbieter konsequenter auf Interoperabilität und Standards setzen würden, müsste es gar nicht so weit kommen. Die beste Analogie hierzu ist unsere Schrift und Sprache. Es spielt keine Rolle, mit welchem Kugelschreiber ein Brief verfasst wurde, da wir alle die Schrift und Sprache kennen. Der Leser bedarf zum Entziffern des Briefes nicht den gleichen Kugelschreiber.
Mehr zu offenen Formaten: www.document-interoperability.com
Wo sehen Sie im praktischen Einsatz Reibungspunkte beim Thema Kompatibilität? Was für Erfahrungen hat Ihre Institution gemacht? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.
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