Fünf Blogeinträge – fünf Trends die das E-Government 2011 entscheidend formen werden.
Der nPa (wie er auf Twitter auch genannt wird) findet dieses Jahr den Weg in die Hände vieler deutscher Bundesbürger. Die kleine Plastikkarte mit den angepriesenen Vorteilen und den vorhersehbaren Startschwierigkeiten könnte das Verständnis der Bürger von der Verwaltung nachhaltig verändern. Was, wie beworben, plötzlich einfach und bequem mit einer Karte und von zu Hause aus funktionieren kann, will der Verbraucher dann auch so erleben. eGovernment Computing spricht von einer Weichenstellung (Link zum Artikel), und viele sehen das Konzept als Erfolg. Es könnte enormen Druck auf die Behörden ausüben, deren Prozesse dahingehend zu optimieren. Menschen sind Gewohnheitstiere, und auch an technische Neuerungen hat man sich sehr schnell gewöhnt. So werden es Bürger ziemlich bald nicht mehr tolerieren, wenn sie an irgendeiner Stelle einmal nicht mit nPa-erweiterten Prozessen zu tun haben und Formulare unterschreiben sollen, oder Briefe verschicken. Der Einzug der Kreditkarten und EC-Karten folgte und folgt einem ähnlichen Prinzip: Der Unmut von Kunden gegenüber Dienstleistern die keine Kartenzahlung anbieten trägt zu dessen rasender Verbreitung bei.
Der nPa bleibt aber Augenwischerei, so lange die dazugehörige Infrastruktur und Verwaltungsmodernisierung nicht passiert. So illustriert ein weiterer Artikel in eGovernment Computing (Link) wie schlecht es um die Umsetzung der Zertifikate und der digitalen Signatur aussieht, um die Adoptionsrate des nPA allgemein sowie um die Auslieferung tatsächlich funktionierender Software. Nach wie vor bleiben Nutzer von MAC und Linux nämlich außen vor; wie lange es noch dauert bis der Personalausweis überhaupt jenseits eines althergebrachten Windows PCs nutzbar ist, ist völlig unklar zum jetzigen Zeitpunkt.
Wenn wir etwas über die Ländergrenzen blicken, so ist der Status Quo jedoch alles andere als eindeutig. So gibt es in Österreich seit längerem eine Bürgerkarte, die jedoch den Personalausweis nicht ersetzt und sich bisher nur wenig durchgesetzt hat. Dabei handelt es sich um zusätzliche Funktionlitäten die man sich z.B. auf der bereits existierenden Gesundheitskarte aktivieren kann. Warum man daran in Deutschland nicht gedacht hat ist fraglich, verläuft doch die Reform zu einer Gesundheitskarte und der Idee der mobilen Patientendaten mehr als schleppend. In der Schweiz gibt es seit einiger Zeit die SuisseID. Dabei handelt es sich prinzipiell jedoch um ein Zertifikat, das man aber auch auf einem USB Stick erwerben kann. Die Akzeptanz ist dabei viel höher. Mit fast 40 Franken allerdings auch schon fast so teuer wie der neue Personalausweis in Deutschland kosten soll.
Damit wäre ich auch schon beim nächsten kontroversen Punkt. Konzepte wie der nPa sollten Bürger ermächtigen und stärken, den Alltag vereinfachen und Schranken aushebeln. Wenn die Ausgabe von neuen Ausweisen jedoch zur Cash Cow verkommt, und sich nur die technikaffine Elite oder die wohlhabenderen Gesellschaftsschichten den Luxus einer digitalen Identität leisten können oder wollen, trägt das nur zur Spaltung bei. Es ist außerdem nicht ganz klar, warum es bei der Verifizierung von nPa-tauglichen Applikationen, Software und Geräten so wenig Transparenz gibt, und wohin die hohen Gebühren fließen, die unter anderem bei der Zertifizierungen oftmals anfallen.
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