MAI 3 2011

IPv6 und das Internet of Things

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Fünf Blogeinträge – fünf Trends die das E-Government 2011 entscheidend formen werden.

Von Netzwerkherstellern, Tech-Evangelisten und Sicherheitspolitikern lange gefordert, könnte 2011 der erweiterte IP Adressraum mit IPv6 langsam Einzug halten. Damit ist es technisch möglich, quasi jedem Zugangsgerät seine eigene permanente IP Adresse zuzuordnen – denn der Adressraum des aktuellen IPv4 Standards ist annähernd erschöpft. Dies ist ein Albtraum für Liberale, Datenschützer und Verfechter des freien, deregulierten Netzes, aber ein Wunschtraum für IT-Sicherheitsexperten, Infrastruktur-Gurus und Netzbetreiber – gleichzeitig ist die Entwicklung quasi nicht mehr aufzuhalten (auch wenn der Durchbruch wohl noch auf sich warten lassen könnte). Die genaue Zuordenbarkeit und damit eindeutige Identifizierung von Endgeräten klingt nach der totalen Überwachung und dem Ende der (ohnehin nicht wirklich existierenden) Anonymität im Internet. Doch die erhöhte Kontrollierbarkeit könnte den vermehrten Einzug von neueren Technologien in die Verwaltungen erleichtern da beispielsweise ganze Adressräume für Geräte in Staatseigentum reserviert sein könnten. Man könnte dann gewisse Dienste für gewisse IP Blöcke freischalten, und IT Abteilungen würden mit neuen Verwaltungsmethoden und Sicherheitsinfrastrukturen bessere Kontrolle über das Inventar haben. Es ist noch gar nicht wirklich absehbar, was diese Veränderung eigentlich an technischen Neuerungen oder auch Risiken mit sich bringt.

Noch interessanter ist eine Entwicklung, die man als das “Internet der Dinge” bezeichnet, mit der die Vernetzung elektronischer Alltagsgeräte gemeint ist und auf verschiedenen Funksystemen (z.B. RFID aber auch WLAN) arbeiten oder selbstständig Informationen austauschen. Intelligente Häuser, Echtzeit-Stromzähler, Toaster mit Internetverbindung – es könnte zu einem Verschmelzen von on- und offline kommen, eine Entwicklung dessen mögliche Richtungen und Auswirkungen noch kaum abschätzbar sind. Für den öffentlichen Sektor heißt dies unter anderem, dass es noch mehr technische Entwicklungen geben wird die unsere Gesellschaft noch mehr datendurchstromt machen wird. Verwaltungen dürfen dabei nicht den Anschluss verlieren und müssen technisch mithalten können mit einer Umwelt, die plötzlich noch mehr Daten in Echtzeit produziert, konsumiert und verarbeitet – rund um die Uhr. E-Government könnte somit eine zusätzliche Dimension gewinnen, die durch Open Data Applikationen und dem Internet der Dinge bedingt neue Funktionen  beinhaltet, wie wir sie heute noch gar nicht kennen. Echtzeit-Monitoring von Verkehr- und Umweltdaten, unmittelbare und halbautomatisierte Reaktion von Behördenkapazitäten auf Entwicklungen in der Gesellschaft – kurz gesagt es ist noch gar nicht wirklich greifbar.

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