Die Fabasoft egovdays 2012 gingen am 9. Februar in ihre letzte Runde. Bern hieß uns bei strahlendem Sonnenschein und vergleichbar milden Temperaturen von minus acht Grad willkommen. Vor der beeindruckenden Kulisse über den verschneiten Dächern der Schweizer Hauptstadt – im Kursaal - durften wir rund 150 Gäste aus der Bundesverwaltung, den Kantonen und Gemeinden zu unserem Grand Finale begrüßen.
Professionell begleitet von Michael Sokol unterstützte auch hier die wunderbare Silvia Schneider durch ihre charmante Moderation die Ausführungen unserer Vortragenden.
Wie gewohnt berichteten zum Einstieg Leo Bauernfeind und Mario Batusic über die neuesten Features der Fabasoft eGov-Suite 2012 sowie die Voraussetzungen für einen barrierefreien Zugang zu Software im Allgemeinen. Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit und Verständlichkeit – das sind die zentralen Schlagwörter für die Umsetzung barrierefreier Programme. Wussten Sie beispielsweise, dass es gerade für blinde Menschen besonders wichtig ist, Textdokumente klar zu strukturieren und Formatvorlagen einzusetzen – denn nur so kann ein Screenreader die Inhalte strukturiert und vor allem verständlich wiedergeben.
GEVER Bund: Vom Programm zur Umsetzung in der Linie
Im Rahmen des ersten Gastvortrages nutzte der Schweizerische Vizekanzler Thomas Helbling die Gelegenheit über den Stand, die Fortschritte und die Zukunftsperspektiven des Programms GEVER Bund zu informieren. Ende 2012 wird das Programm GEVER Bund seine Aufgaben verschiedenen Linienorganisationen der Bundesverwaltung übertragen, die Vorgeschichte geht jedoch bis in die 90er-Jahre zurück. Inzwischen ist das Projekt kurz vor der Beendigung seiner Einführung und zum heutigen Tag wurden die meisten der gesteckten Ziele erreicht.
Nun gelte es weitere Teilprojekte wie zum Beispiel die überdepartementalen Prozesse (ÜDP) voranzutreiben und entsprechend zu initialisieren, erklärt Helbling.
Ein wichtiger Meilenstein dafür ist die Durchführung der ersten Bundesratssitzung am 9. Mai 2012 die durchgängig auf GEVER ÜDP-Basis vor- und nachbearbeitet wird.
Darüber hinaus wird in den kommenden Wochen über die nachfolgenden Kernaufgaben und Verantwortlichkeiten entschieden, um so das Programm kontinuierlich weiterzuführen und auszubauen. Wichtig dabei sei laut Helblig vor allem, dass alle Departemente und Ämter gemeinsam an einem Strang ziehen und dennoch ein neues Bewusstsein für Eigenverantwortung entwickeln und Eigeninitiative zur Umsetzung notwendigen Maßnahmen ergreifen.
Zum Schluss sichert Helbling klare Unterstützung seitens der Bundeskanzlei zu.
Überdepartementale Prozesse
Ein Teilprojekt des Programms GEVER Bund ist die Einführung der Überdepartementalen Prozesse (ÜDP) auf elektronischem Wege. Ziel des Projekts ist es, die komplexen Kommunikationsstrukturen auf einfache Weise in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen. Dazu präsentierte Claude Michel, Leiter des Projekts GEVER ÜDP, den Stand der Umsetzung. Darüber hinaus erklärte Herr Michel anhand anschaulicher Beispiele die zukünftigen Funktionalitäten und den Vorgang der Durchführung ebensolcher Prozesse.
Von überdepartementalen Geschäftsprozessen im bidirektionalen Sinne spricht man,
- wenn mindestens 2 Generalsekretariate bzw.
- mindestens 1 Generalsekretariat mit den Parlamentsdiensten
- in Zusammenarbeit, Koordination mit der bzw. Federführung durch die Bundeskanzlei stehen.
Die Präsentation zeigte auf, wie aus dem Auftrag des Bundesrates –
“Die Bundeskanzlei stellt die Abläufe von Bundesrats- und Parlamentsgeschäften bis Ende 2012 in Zusammenarbeit mit den Departementen (Generalsekretariate) und den Parlamentsdiensten auf eine durchgängige elektronische Basis um“
das GEVER System ÜDP entstanden ist und eingeführt wird.
Für die überdepartementalen Prozesse gilt es nicht nur Organisationsgrenzen sondern auch System- und Lösungsgrenzen zu berücksichtigen. Die ÜDP-Lösung versteht sich demnach als Kommunikationsplattform, die die unterschiedlichen GEVER-Systeme in der Bundesverwaltung für die Abwicklung der überdepartementalen Geschäfte integriert.
Claude Michel skizzierte alle Schritte von der Voranalyse über die Konzeptionierung, die Erstellung des Anforderungskatalogs bis hin zur Produktauswahl. Im Rahmen eines Evaluationsverfahrens, das im ersten Quartal 2011 abgeschlossen war, wurde die Fabasoft eGov-Suite ausgewählt. Das ÜDP-System basiert damit auf einer bewährten und in der Schweizerischen Bundesverwaltung seit Jahren erfolgreich eingesetzten Softwarelösung.
Im Rahmen der weiteren Schritte erfolgten die Festlegung der Systemarchitektur sowie die Realisierung auf Basis entsprechender Standards.
Zum Schluss seines Vortrags präsentierte Claude Michel anhand von Beispielvideos wie die Einbindung der Geschäfte in die überdepartementalen Prozesse funktioniert und praktisch umgesetzt wird.
Der zweite Teil des egovdays in Bern beschäftigte sich wie gewohnt mit Wissensmanagement mit Mindbreeze, Service Level Management mit Fabasoft app.telemetry und Helmut Fallmanns Bericht „Aus der Wolke“
Wir machen uns nun auf den Weg nach Hause – nach zwei spannenden Wochen zufrieden und voll mit neuen Erfahrungen und Ideen. Vor allem die Ideen werden uns noch länger begleiten – bei der Planung für die Fabasoft egovdays 2013. Lassen Sie sich überraschen.
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