JUL 3 2012

Elektronische Identitäten – Nutzen oder Hindernis für E-Government?

von in E-Government, Examples Hinterlasse einen Kommentar

Das Thema Sicherheit stellt in Bezug auf E-Government und E-Commerce einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Darüber sind sich längst alle Beteiligten im Klaren. Doch zu den Details herrschen leider noch sehr unterschiedliche Auffassungen. Nachdem zuletzt das Thema „Sicherheit beim Mobilen Zugriff“ im Vordergrund stand, werde ich mich diesmal dem Thema  „Elektronische Identitäten“ widmen.

 

 

Den ersten Grundpfeiler in der IT-Sicherheit bildet die Authentizität. Elektronische Identitäten – vergleichbar zu bisherigen Mechanismen – bieten sich daher als Basis eines jeden Sicherheitskonzepts an. Doch nicht jedes Angebot kann auch sinnvoll und wirtschaftlich genutzt werden.

Interessant dazu ist auch der Vorschlag der EU-Kommission zur Anerkennung nationaler eIDs über Landesgrenzen hinweg. Ob dies für die Akzeptanz von E-Government förderlich ist, möchte ich in einzelnen Punkten aber anzweifeln. Eine Beseitigung der Fragmentierung stellt sicherlich für alle Beteiligten eine Verbesserung dar. Die gegenseitige Anerkennung würde aber die Komplexität und die damit verbundenen Kosten im Verwaltungsbereich wesentlich erhöhen.

Geht man von bisherigen Fakten aus, so zeigt sich ein Bild mit deutlichem Verbesserungspotential:

  • Eine breite Nutzung findet bisher in keinem Land statt
  • Nur wenige Länder (z.B. Österreich) stellen auch eine Lösung für das rasch wachsende Segment Mobiler Devices zur Verfügung (www.handy-signatur.at)
  • Die parallele Existenz von elektronischen Identitäten und Signaturen erhöht die Komplexität ohne zusätzlichen Nutzen zu generieren
  • Nur 13 von 27 Ländern beteiligen sich an einer gemeinsamen Initiative zur Anerkennung der eIDs über Landesgrenzen

Aus wirtschaftlicher Sicht haben sich daher bereits wesentliche Kosten ergeben, der gewünschte Nutzen ist jedoch nicht eingetreten. Dennoch bin ich überzeugt, dass eine elektronische Identität die richtige Lösung zur Sicherstellung der Authentizität in den Bereichen E-Government und E-Commerce ist. Möglicherweise ist aber der Weg zu dieser Lösung noch anzupassen:

  • Die Nutzung der nationalen Lösungen sollte auf Basis einheitlicher EU-weiter Schnittstellen erfolgen
  • An Stelle einer gegenseitigen Anerkennung der Systeme sollte möglicherweise eine bzw. mehrere bewährte und flexibel verfügbare/n Lösung/en länderübergreifend genutzt werden.
  • Die Überschneidungen zwischen Elektronischer Identität  und Signatur sollte aufgelöst werden.
  • Das Thema Sicherheit sollte, wie es auch tatsächlich ist, als fortdauerndes Thema betrachtet werden und nicht in einem Warten auf eine ultimative 100 Prozent Lösung enden

Insbesondere eine Förderung von finanziell aktuell überforderten Ländern durch Unterstützung bei der Einführung bewährter Lösungen wäre ein wesentlicher Beitrag zu einer Verbesserung der Leistungen ohne zusätzliche Fragmentierung. Ebenso sollte der Begriff „ bewährt“ im Umfeld der Lösung klar definiert werden, beispielsweise durch „tatsächliche Nutzung auf breiter Basis“.

Gerade in Bezug auf die Finanzsituation der öffentlichen Verwaltung  (z.B. der Kommunen) sind zusätzliche Kosten das letzte, was hier aktuell benötigt wird. Diese und weitere Punkte stellen daher Anregungen dar um die Wiederverwendung von Komponenten zu ermöglichen und Kosten zu reduzieren. Nur so wird die Elektronische Identität für E-Government zum Segen und nicht zum Fluch.

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