MRZ 4 2013

E-Government – Wer hat‘s erfunden?

von in Allgemein, E-Government, Praxis Hinterlasse einen Kommentar

Wer kennt sie nicht, die stolze Frage in der Werbung eines Herstellers von Kräuterbonbons. Neues zu erfinden macht stolz, das ist keine Frage. Beim Thema E-Government ist die Zeit der Erfindungen aber vorbei. Und damit die Empörung nicht gleich überhandnimmt, möchte ich das präzisieren:

 

 

 

Es geht dabei nicht um die Themen Partizipation, Open Government und ähnliches. Ich meine damit die klassischen eGovernment-Themen, die ich grob in folgende Bereiche zusammenfasse:

  • Verwaltungsstammdaten – die möglichst einheitliche und konsistente Verwaltung von Stammdaten von Bürgern, Unternehmen, Eigentum usw.
  • Verwaltungsprozesse – wo eine Verschlankung und Effizienzsteigerung gefordert ist
  • gesetzliche Grundlagen* – die Definition der Grundlagen für effiziente und ausschließlich elektronische Prozesse sowie deren Weitergabe (Open Data)
  • medienbruchfreie Einbindung von Unternehmen und Bürgern in Verwaltungsprozesse

In diesen Bereichen ist zwar Innovation nett, Platz dafür ist aber erst, wenn die allgemeinen Grundlagen geschaffen sind. Und um diese Basis herzustellen, ist operatives Handeln dem Erfindergeist vorzuziehen.

Es gibt zahlreiche erfolgreiche Projekte, die in diesen Bereichen den Weg weisen. Die Projekte sind nicht urheberrechtlich geschützt. Nachahmer werden KEINE Plagiatsvorwürfe erhalten und niemand hat Interesse, einen neuen Weg des Misserfolgs zu finden.

Aus diesem Grund ist es im Moment in jenen Basisbereichen des E-Governments, wo noch Handlungsbedarf besteht, wichtiger, erfolgreiche Vorgehensweisen zu finden und diese bedarfsbezogen und möglichst rasch anzupassen.

Auch den Entwicklungsländern können wir heute nicht empfehlen, jeden Schritt im E-Government in eigener Erfahrung zu machen. Manchmal muss man einzelne Phasen durch Nachahmung kürzen, um sich dann wieder fortschrittlichen und erfinderischen Themen widmen zu können.

Diese Argumentation soll nicht die Vordenker in Ihrer Kreativität einschränken. Aber es ist höchste Zeit, die fortschrittlichen Themen in der konzeptionellen Phase und die längst überfälligen Elemente in einer operativen Phase zu sehen.

Also Erfinden ist wichtig und auch als Standortfaktor für Europa überlebensnotwendig. Mit neuen Erfindungen zu bestimmten Herausforderungen, die bereits gelöst sind, werden wir aber keine großen Sprünge schaffen. Das Rad muss also auch im E-Government nicht neu erfunden werden.

*Weiterführende Links:
Rechtliche Rahmenbedingungen Österreich
Verordnung für elektronische Geschäftsverwaltung (GEVER) in der Schweiz:
Registeranwendungen in Österreich

 

 

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